Für den Inhalt verantwortlich: Marktgemeinde Himberg, Hauptstraße 38, Tel.: 02235/86 213
Letzte Aktualisierung am 08. Februar 2012 - Copyright Praxmedia 2012
Chronik
Alle wichtigen Chronikdaten über Himberg, Pellendorf & Velm.
Im nördlichen Teil des Wiener Beckens, in der Nähe der Bundeshauptstadt Wien gelegen, breitet sich das 47,6 Quadratkilometer umfassende Gebiet der
Marktgemeinde Himberg, bestehend aus den Ortsteilen Himberg, Velm und Pellendorf, aus. Diese Ebene im Vorfeld von Wien war bereits uralter
Siedlungsboden für die germanischen Völker und hat durch die Ausdehnung des römischen Weltreiches bis zur Donau, durch die notwendige Festigung und
Sicherung der neuen Grenzlinie und Errichtung von festen Militärplätzen in Vindobona (Wien), Alanova (Schwechat) und Carnuntum (Petronell), sehr an
Bedeutung zugenommen.
Dies beweisen auch die im Gemeindegebeit und der weiteren Umgebung gemachten Funde.
Der Name Himberg
Der Name Himberg scheint erst nach 1100 nach Chr. im Zusammenhang mit der
Niederwerfung der in der Schlacht am Lechfeld 955 vernichtend geschlagen
Ungarn und nachfolgender Besitznahme des Viertels unter dem Wienerwald bis
zur Leitha durch die Babenberger Markgrafen auf.
Das Gebiet von Himberg
Das Gebiet von Himberg erhielt der aus uraltem bayrisch-elsässischem
Adelsgeschlecht stammende Marquardus de Hintperg, der zum Stammvater der
später bedeutendsten Ministerialgeschlechter in der Babenbergerzeit wurde und
der auch dem Ort den Namen gab. Der Ortsname wurde in den nachfolgenden
Jahrhunderten, wie die vielen noch aufliegenden Urkunden und Schriftstücke
beweisen, verschiedentlich geschrieben, wie: Hintperg, Hintperch, Hintberc,
Himperch, Hymperkch, Hindberg, bis sich schließlich nach 1700 endgültig die
heutige Schreibweise durchsetzte.
Der letzte Babenbergerherzog
Der letzte Babenbergerherzog, Friedrich II. der Streitbare, erwarb die Burg und den
Ort Himberg mit allen dazugehörigen Besitzungen und Renten am 18. Jänner 1243
von Chunrat von Hintperch im Tauschwege. Der bekannte Minnesänger
Tannhäuser wurde für seine geselligen, musikalischen und dichterischen
Darbietungen mit einem Hof in Himberg belehnt. Nach dem Tode Friedrich II. am
15. Juni 1246 in der Schlacht an der Leitha, ist die Burg vorübergehend Wohnsitz
der Mutter des letzten Babenbergers. Der Ort wird später sowohl vom
Böhmenkönig Ottokar als auch anschließend von den Habsburger Regenten, da
landesfürstlicher Besitz, von Wien aus verwaltet.
Der Ort erleidet durch die Türkenkriege 1529 und 1683 sowie durch wiederholte
Einfälle aus dem Osten jeweils große Schäden an Menschen und Gebäuden.
Ausschnitt eines Planes von 1692 (Samson, kolorierter Kupferstich)
Welch große Bedeutung
Welch große Bedeutung Himberg im Mittelalter hatte, beweist die Zuerkennung des Marktrechtes um 1365. Als Entschädigung für die in den Türkenkriegen erlittenen
Schäden bestätigt König Ferdinand, der spätere Kaiser Ferdinand 1., seinen Untertanen zu Himberg mit Dekret vom 10. August 1533 die Marktfreiheit und gewährt
zusätzlich diesem Ort das Mautprivilegium. Danach konnte jeden Freitag ein Wochenmarkt und zu St. Laurenz ein Ochsenmarkt abgehalten sowie während des
ganzen Jahres ungarischer (heute burgenländischer) Wein ausgeschenkt und Mautgebühren eingehoben werden.
Kaiser Maximilian II.
Kaiser Maximilian II. verleiht schließlich am 1. Februar 1574 dem Markt Himberg ein Marktwappen. Das Wappen zeigt in Anlehnung an das Wappen der früheren
Herren von Hintperg die Gestalt eines springenden Rehes auf einem Felsen. Nach 1683 entzieht Kaiser Leopold 1. den Himbergern das Recht des Ochsenmarktes
und verleiht dieses dem Markt Perchtoldsdorf für die diesem Orte von den Türken zugefügten Greueltaten.
Welch bedeutender Platz
Welch bedeutenden Platz Himberg unter der landesfürstlichen Herrschaft einnahm, ist durch die Errichtung und jahrhundertelange Führung eines kaiserlichen
Fischhofes, eines Heumeisteramtes sowie einer Falknerei untermauert. Die Burg selbst, seit Friedrich II. nur mehr von einem Kastellan bewohnt, wurde dem Verfall
preisgegeben und wahrscheinlich von den Türken im Jahre 1529 ganz zerstört. es finden sich nach dieser Zeit keine Quellen mehr über den Fortbestand dieser Feste.
Der Markt bleibt
Der Markt bleibt bis 1749 landesfürstlicher Besitz, das heißt, der jeweilige Landesfürst von Niederösterreich war gleichzeitig Herr dieses Ortes. Bereits im Jahre 1748
ordnet Kaiserin Maria Theresia an, den größten Teil der landesfürstlichen Besitzungen, darunter auch den Markt Himberg, zum Verkauf auszuschreiben. Die zu dieser
Zeit wohlhabende Bürgerschaft kauft den Markt mit allen Rechten und Pflichten um den Betrag von 40.100 Gulden. Himberg wird dadurch ein freier Markt.
Ab ca. 1800
Ab ca. 1800 wurden in Himberg verschiedene Betriebe angesiedelt. Für Himberg war dies der Beginn einer wirtschaftlichen Entwicklung, die sich durch den Bau und
Eröffnung der Ostbahnlinie Wien-Bruck an der Leitha im Jahre 1846 ständig verbesserte. Die fortschreitende Industrialisierung der Betrieb und der damit verbundenen
vermehrten Arbeitsmöglichkeiten bewirkt auch für Himberg eine ständig steigende Einwohnerzahl.
In der Zwischenkriegszeit
Die in der Zwischenkriegszeit herrschende Wirtschaftkrise wirkt sich auch hier durch große Arbeitslosigkeit aus.
15. Oktober 1938
Mit 15. Oktober 1938 erfolgte die Eingemeindung nach Groß-Wien, worin Himberg bis 31. August 1954 als Teil des 23. Gemeindebezirkes von Wien verbleibt. Am 1.
September 1954 erlangte Himberg, wie die meisten sogenannten ehemaligen Randgemeinden, wieder die volle Selbständigkeit und wurde gleichzeitig um das Gebiet
der Katastralgemeinde Gutenhof erweitert. Mit 1. Jänner 1971 erfolgte die freiwillige Zusammenlegung der Gemeinde Himberg und Velm und mit 1. Jänner 1972 die
von der Niederösterreichischen Landesregierung angeordnete zwangsweise Vereinigung mit der Gemeinde Pellendorf. Seit diesem Zeitpunkt umfaßt das Gebiet der
Marktgemeinde 47,6 Quadratkilometer und hatte 1981 laut Volkszählung 4.981 Einwohner. Laut Ergebnis der Volkszählung 1991 stieg die Einwohnerzahl inzwischen
auf rund 5200.
Die altehrwürdige Pfarrkirche
Die altehrwürdige Pfarrkirche von Himberg wurde bereits um das Jahr 1130 errichtet und war ursprünglich in die Verteidigungsanlage der Burg miteinbezogen. Die
Kirche weist Stilrichtungen von Frühromanisch bis Barock auf. Unter dem Babenbergerherzog Friedrich II. wird bereits bezeugt, daß 1246 die Seelsorge durch einen
Probst (Dekan) wahrgenommen wurde. Um das Jahr 1320 wird Himberg zur selbständigen Pfarre erhoben.
Zur Verbesserung der Beziehungen
Zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den Gemeinden verschiedener Landesteile und Gemeindestrukturen wurde durch übereinstimmende
Gemeinderatsbeschlüsse am 15. November 1975 eine Gemeindepartnerschaft mit der Marktgemeinde Seefeld-Kadolz, einer bekannten Weinbaugemeinde im
Weinviertel, Verwaltungsbezirk Hollabrunn, mit ca. 1 .000 Einwohner, geschlossen.
Auch die heute zu Himberg gehörende ehemals selbstständige Gemeinde Velm wird bereits in einer Urkunde des Abtes Engelschalk des Stiftes Melk vom 7. Jänner
1120, betreffend der Abgrenzung der Pfarre Traiskirchen, als "Uelwen" angeführt. Auch der Ort VeIm wurde in den Urkunden unterschiedlich benannt, und zwar:
Velwen, Velben, Vöhling, Fälling, Felling, Velmb.
VELM
Im Jahre 1408
Im Jahre 1408 wird ein Achaz von Velben, Hubmaiste in Österreich, im Zusammenhang mit erlittenen Schäden durch einen Ungarneinfall, urkundlich erwähnt. In einer
Beschreibung im Urbar von Himberg aus dem Jahre 1499 ist vermerkt, dass das Dorf Velden öd liegt. Im Jahre 1622 wird das dem Landesfürsten dienstpflichtige
halbe Dorf Velmb an Leonhard Freiherr von Herberstein verkauft, der damit ganz Velm in seinen Besitz bringt. In weiterer Folge wechseln sich mehrere bekannte
Adelsfamilien in dem Besitz dieses Ortes ab. Der berühmte Turbinenkonstrukteur Prof. Dr. Viktor Kaplan stellte im Jahre 1919 in der Streichgarnfabrik den Antrieb der
Betriebsmaschinen auf. Diese Turbine diente in weiterer Folge für die Stromversorgung der ganzen Ortschaft Velm und befindet sich heute als Ausstellungsobjekt im
Wiener Technischen Museum.
PELLENDORF
Der Ortsteil Pellendorf, früher auch Pelndorf und Pelendorf genannt, wird bereits in einer Urkunde des Stift Heiligenkreuz um
1108 n. Chr. erwähnt und befand sich ebenfalls in landesfürstlichem Besitz. Zufolge Beschreibung im Urbar Himberg aus dem Jahre
1499 war auch dieses Dorf ganz verödet und unbewohnbar. Eine Folge der ständigen Einfälle aus dem Osten. Nach der ersten
Türkenbelagerung 1529 wird Pellendorf mit italienischen Ansiedlern wieder besiedelt und erleidet in der Folge 1605, 1620 und
1683 durch die Bocskaische Rebellion, durch böhmisch-ungarische Scharen und die zweite Türkeninvasion schwere Schäden an
Mensch und Gebäude.
Am 19. März 1661
Am 19. März 1661 wird Pellendorf dem Grafen Franz Bernhard von Urschenbeck, Obrist Hoffalkenmeister, als Pfandweiser
erblicher Besitz überlassen und wird nach mehrfachem Besitzwechsel im Jahre 1705 von Konstantin Joseph Graf von Gatterburg
erworben, der den Ort mit der Herrschaft Zwölfaxing vereinigt.
Das Gut Pellendorf
Das Gut Pellendorf wird nach mehr als zwanzigfachem Besitzwechsel schließlich im Jahre 1875 vom Besitzer der Brauerei Schwechat, Herrn Anton Dreher, erworben
und gehört heute noch den Nachkommen dieser Familie.